Der DRK-Hilfszug war über fünf Jahrzehnte das übergreifende Einsatzinstrument des Deutschen Roten Kreuzes für die Katastrophen- und Nothilfe im In- und Ausland. Immer wieder den wechselnden politischen Lagen angepasst, wurden schließlich die verbliebenen Hilfszugabteilungen 2007/08 aufgelöst. Zu der aufgebauten DRK-Bundesvorhaltung am Flughafen Schönefeld in Berlin sollen bei den ehemaligen HZAn "Landesvorhaltungen" entstehen. Einige LVn übernahmen dazu Fahrzeuge des ehemaligen Hilfszug und führten die Strukturen in eigener Regie weiter. In Niedersachsen endet die vertragliche Ausstattung durch den Bundesverband Anfang 2010. Zu diesem Zeitpunkt wurde das letzte HZA-Material und Fahrzeuge aus dem Standort Misburg abgezogen. Der LV Niedersachsen hat sich dazu entschieden, keine alten Fahrzeuge der HZA zu übernehmen, sondern seine Landesvorhaltung gänzlich neu aufzubauen. Statt einer umfangreichen ausschließlich zentralen Vorhaltung, sollen im Flächenland Niedersachsen die örtlichen DRK-Einheiten gestärkt werden, so dass Material schneller vor Ort zur Verfügung steht (10 sogenannte Außenlager in der Fläche). Das Lager Misburg wird verkleinert und soll weiterhin zur Vorhaltung von Spezialtechnik genutzt werden.
Die folgenden Seiten geben den historischen Stand der HZA bis zu ihrer Auflösung wieder und sollen als Information für Interessierte bis auf weiteres erhalten bleiben.
Der Hilfszug des Deutschen Roten Kreuzes ist das einzige überregionale Einsatzinstrument für Zwecke des Zivil- und Katastrophenschutzes, das die Aufgabenbereiche Sanitätsdienst, Betreuungsdienst, Pflege- und Pfleghilfsdienst, Technische Sicherstellung und Fernmeldedienst in einer Gesamtstruktur vereinigt und somit autark unter eigener Führung tätig werden kann.
Der DRK-Hilfszug gliedert sich in Hilfszugabteilungen, die als solche sowohl selbständig als auch in der Gesamtheit aller Abteilungen unter Führung des DRK-Präsidiums tätig werden kann. Sein Einsatzkonzept beruht auf der Unterstützung des nationalen Zivil- und Katastrophenschutzes bei Großschadens-ereignissen, Katastrophen und Zivilschutz-Fällen, insbesondere dort, wo die lokal und regional aufgestellten Einsatzeinheiten an die Grenzen ihrer Einsatzfähigkeit stoßen. Darüber hinaus ist der grenzüberschreitende und internationale Einsatz, vorwiegend im europäischen Raum möglich.
Jeder Hilfszugabteilung ist einem DRK-Landesverband zugeord-net (mit Ausnahme der bis 2006 existierenden Zentralabteilung) und für die Betreuung, Unterbringung und Versorgung von mindestens 1.000 Personen ausgelegt.
In einer Hilfszugabteilung wirken über 100 ehrenamtliche Helfer/innen in verschiedenen Fachgruppen mit:
- Abteilungsführung
- Transportgruppe
- Kommunikationsgruppe
- Unterkunfts- und Betreuungsgruppen
- Verpflegungsgruppe
- Pflegegruppe
- Gruppe Technik und Sicherheit
- Elektrogruppe
- Trinkwasseraufbereitungsgruppe
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